sued meet up

22. August 2018 News, Storys 0 Comments

Die Idee und der Hintergrund.

Bereits im letzten Jahr, direkt nach dem ersten Meet Up zur SUEDBAR 2017, wurde von vielen Seiten angesprochen und um eine Wiederholung bzw. Fortsetzung gebeten.

Im Frühjahr 2018 verdichtete sich bei mir dann, aus einem etwas anderen Grund, die Idee, wieder etwas im Rahmen der SUEDBAR zu veranstalten.
Kennen ihr das? Ihr ärgert euch immer wieder über das Verhalten oder Aussagen von Menschen mit denen ihr arbeitet, oder sonst irgendwie zu tun habt? So ging es mir in den letzten Jahren z.B. oft bei Shooting-Bewerbungen oder -Anfragen, und seit einigen Monaten ganz verstärkt, mit dem Verhalten und Aussagen von Fotografen, und manchmal auch Models, in den einschlägigen Social Media Gruppen, oder auch bei dem aktuellen und fatalen Nachmach-Trend „Werbung da Namensnennung“, insbesondere auf Instagram. Oft habe ich mit offenen Mund oder geweiteten Augen vor dem Bildschirm gesessen, oder auf das Smartphone gesehen.

Was ist passiert? Kurz gesagt, die fatale Entwicklung sich nicht mehr ausdrücken zu können (oder zu wollen?), sowie die unterentwickelte Sozialkompetenz und Umgangsform.
Wenn eine, voraussichtlich auf ein shooting abzielende Nachricht, aus dem einzigen Satz „Ich hab da mal ne Frage“ besteht, zucke ich zusammen. Was möchte diese Person von mir? Antworte ich dann freundlich (falls erkennbar setze ich den Namen der Person in einer Begrüßung voran), mit „Dann frag mich doch!“ folgen In der Regel 8-10 einzelne Nachrichtensätze bis zur eigentlichen Frage. Teilweise bin ich „gezwungen“ (ich bin ja freundlich) diese einzelnen Nachrichten auch zu einzeln zu beantworten. Im günstigsten Fall erfolgt diese Art der Kommunikation fließend, innerhalb von Minuten. In vielen Fällen zieht sie sich aber über Tage hinweg. Beendet ist sie in der Regel nach meiner Bitte, doch bitte alle Infos zur Person (Name, Alter, Größe, Haar- & Augenfarbe, 2 aktuellen Fotos (1 Portrait, pur, ohne Filter und irgendwelche „faces“ und 1 Ganzkörperfoto das die Figur erkennen lässt und ein paar Sätze zu Dir), per e-mail zu schicken. Diese Bitte scheint viele zu überfordern. Das Einzige was bleibt, ist die für beide Seiten aufgewendete Zeit.

Fotografen – sind eigentümliche Wesen – so eine Paarung aus Egomane und Prinzessin. Ich weiß, das klingt böse! Ich will auch nicht verallgemeinern! Es ist nur so, dass der Ton und Befindlichkeiten in diversen Social Media Gruppen oder bei youtube, einem Außenstehenden dies Bild vermitteln. Sie haben immer recht, und äußert man eine andere Meinung, sind sie beleidigt. Außerdem ist das Konkurrenzdenken, meist hinter vorgehaltener Hand, überproportional ausgeprägt.
Insbesondere wenn konkrete Fragen z. B. von Modelanfänger/innen gestellt werden, wird es Skurril. Das harmloseste scheinen mir dabei noch die „von oben herab“ Kommentare. Schlimmer sind die Ratschläge oder Erklärungen, die Modelneulingen teilweise gegeben werden. Aber auch bei Ratschlägen an „Kollegen“ ist man überhaupt nicht zimperlich sein Unwissen als Wissen zu verkaufen.

Das kann doch alles viel einfacher und entspannter gehen. Ich möchte Modeln oder am Modeln Interessierte und Fotografen, mit Tipps und Tricks zeigen, wie es sozial und auch handwerklich besser gehen kann.

Aber kommen wir zur Skurrilität des Jahres – „Werbung da Namensnennung“
Diese 3 Worte tauchen häufig am Beginn so manchen Posts auf.
Und jetzt muss ich dem Recht Genüge tun und für das Folgende darauf hinweisen, Dies ist keine Rechtsberatung.
Was ist da passiert? Kurzgesagt, die Menschen machen lieber einfach nach was „alle“ machen, statt sich richtig zu informieren. Aber was ist der Hintergrund? Seit einiger Zeit gibt es auf Instagram den Hype der Influencer. Menschen, scheinbar wie Du und Ich, lassen ihre Follower an ihrem aufregend schönen Leben teilhaben. Dafür bekommen sie von Firmen, deren Produkte sie nutzen oder tragen und uns das auch ausführlich beschreiben, Geld oder (Vorsicht, Amtsdeutsch) Geldwerten Vorteil. Sie sind im Grunde somit nichts anderes, als lebendige Werbeflächen/-plakate oder Werbespots. Nun sieht das Werberecht aber vor, dass Werbung klar erkennbar sein muss.

Wenn aber ein Mensch wie Du und Ich, mir in seinen Postings zeigt oder erklärt, welche Jacke, Unterwäsche oder Tasche sie/er trägt, welches Hotel sie/er bevorzug, mit welchem Auto sie/er dort hinkommt und wo sie/er gerne isst, dann ist für mich nicht auf Anhieb zu erkennen, dass sie/er das beruflich macht und als Werbeträger für die gezeigten/angesprochenen Produkte und/oder Firmen tätig ist. Somit muss solch ein Beitrag als Werbung gekennzeichnet sein.

Ins Rollen gekommen ist die Kennzeichnungswelle, nach der gewonnen Klage des „Verband für sozialen Wettbewerb“ gegen eine Influencerin im letzten Herbst. Das Urteil hat natürlich zu einer Vielzahl an aufgebrachten Beiträgen und Kommentaren von Influencern und dazu Berufenen geführt, die vielfach geteilt oder weitererzählt wurden. Letztendlich kam beim allgemeinen Internetvolk die verwässerte und panische Aussage an, „wenn du einen Namen erwähnst oder jemanden markierst, dann muss du das mit „Werbung“ oder „Werbung wegen Namensnennung“ kennzeichnen – und wenn du das nicht machst, bekommst du eine teure Abmahnung.“ Dieses Schreckgespenst saß bzw. sitzt nun auch vielen Fotografinnen und Fotografen im Nacken. Was mich etwas erschreckt! Sollten diese sich doch mit Rechten besser auskennen bzw. sich ausgiebiger informieren. Wenn ich die am Foto beteiligten Menschen nenne oder markiere sind und bleiben das Photo-Credits und es ist keine Werbung. Zudem ist mir noch kein Fall bekannt, in dem ein Fotograf diesbezüglich abgemahnt wurde. Wenn nun Fotografen doch alle ihre Fotos mit „Werbung“ (oder ähnlichem) kennzeichnen, beschwören sie allerdings die Gefahr herauf, sollte es einmal vergessen werden, abgemahnt zu werden. Kurzum – schließen wir uns diesem „Trend“ an, liefern wir uns selber der Abmahnmafia aus.

So – das war der böse Teil. Im Grunde möchte ich beim sued meet up aber nur meine Erfahrungen und Wissen weitergeben, nette Menschen treffen, neue Kontakte knüpfen und wenn möglich, das eine oder andere tolle Foto machen. Und ich möchte auf der Basis des sued meet up, eine kreative Gruppe bzw. Anlaufstelle für alle am Modeling und an der Modelfotografie interessierter Leute in Wilhelmshaven schaffen. Frei nach dem Motto Im Sueden ist die Kreativität!

Grafik: Gefunden bei http://calvinhollywood-blog.de Nutzung frei